Geschichte

Altes Foto vom Kar Brunnen

Bauabschnitt 01:

Hochbehälter Perg (in Bau)
Hochbehälter Perg (fertiggestellt)
Brunnen Naarn (in Bau)
Brunnen Naarn (fertiggestellt)

Damals betrug der Trinkwasserbedarf aller fünf Verbandsgemeinden ca. 228.000m³ im Jahr. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2024 ca. 830.000m³ Trinkwasser in die Verbandsgemeinden geliefert. Daraus wird ersichtlich, wie die Bevölkerungszahlen aber auch Betriebsansiedlungen im letzten halben Jahrhundert stetig angewachsen sind. Parallel dazu ist auch die Verbandsanlage stetig angewachsen.

Bauabschnitt 02:

Um die Wasserqualität, das Wasser vom Brunnen Dirnwagram ist eher hartes Wasser, so wie der steigenden Quantität gerecht zu werden, wurde im Jahre 1996/97 die Brunnenanlage Au/Donau (ca. 300m nordöstlich der Aistmündung) mit zwei Vertikalfilterbrunnen, samt sieben Kilometer Transportleitung DN 250 zum Brunnen Dirnwagram errichtet und In Betrieb genommen.

Bau Brunnenhaus Au/Donau 1996
Transportleitungsbau Brunnen Au zu Brunnen Dirnwagram 1996-1997

Das Hochwasser im Jahre 2002 überschwemmte die Brunnenanlage Au an der Donau und das Wasser aus dem Brunnen Dirnwagram war mikrobiologisch verunreinigt. In den folgenden Jahren musste unser Trinkwasser mit Chlor desinfiziert werden. Sämtliche Schachtbauwerke wurden auch überflutet und ein Teil der Transportleitung wurde Frei- gespült. Die daraus resultierenden Schäden bildeten den Bauabschnitt 03. Anhand des Hochwasserereignis 2002 suchte man parallel dazu im Verbandsgebiet nach einen geeigneten Hochwassersicheren dritten Brunnenstandort.

Hochwasserbild BR Au

Bauabschnitt 03:

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wurde im Jahre 2006 der Brunnen Dirnwagram generalüberholt, Foto sowie wurde der Brunnen Au im Jahre 2008 um zwei Vertikalfilterbrunnen erweitert. Weiters wurde ein Kollektorgang errichtet, welcher die Verrohrung aller vier Brunnen mit dem Brunnenhaus bildet. Ein visualisiertes Leit- und Steuersystem wurden ebenfalls in den Jahren 2007-2009 in allen bestehenden Anlagenteile installiert.

Rohrkeller Brunnen Au/Donau
Bau des Kollektorganges

Bauabschnitt 04:

Zum Schutze des Grundwassers bei der Brunnenanlage Dirnwagram, musste das bestehende Wasserschutzgebiet erweitert bzw. angepasst werden. Strengere Agra Einschränkungen und behördliche Auflagen für die Grundeigentümer im Wasserschutzgebiet bilden die heutige Grundbasis für ein sauberes Trinkwasser. Die hierfür entstandenen Kosten für Entschädigungen an die Landwirte betrugen anno 2010 ca. 250.000 Euro.

Bauabschnitt 05:

Im Jahre 2009 wurde man mit der Suche nach einem geeigneten hochwassersicheren dritten Brunnenstandort fündig. Neben der Kläranlage- Reinhaltungsverband Perg, Münzbach, Rechberg Windhaag wurde eine Probebohrung durchgeführt. Man stieß auf 200 Meter tiefe auf Wasser aus dem zweiten Grundwasserhorizont. Bis auf den leicht erhöhten Mangangehalt (Mangan kann aus dem Wasser filtriert werden) hat dieses Wasser eine Top Trinkwasserqualität. Die Ergebnisse der Pumpversuche zeigten eine hohe Ergiebigkeit, womit die Wasserquantität gegeben ist. Somit konnte nun mit der Projektierung eines weiteren Wasserspender begonnen werden.

Bauabschnitt 06:

Ca. 200 Meter südlich der Probebohrung, wurden im Jahre 2012 zwei weitere Bohrungen in einer Tiefe von 140 Metern durchgeführt. Die Qualität und Quantität des Wassers waren die selbige wie die der Probebohrung. Im folgenden Jahr wurde mit der Planung des Brunnenhauses begonnen und das Projekt wurde wasserrechtlich bewilligt. Um alle fünf Mitgliedsgemeinden mit dem Wasser aus der neuen Brunnenanlage zu versorgen, wurde im Jahre 2014 eine Transportleitung DN 300 vom bestehendem Verteilerbauwerk zum neuen Brunnen verlegt. Parallel dazu wurde das Brunnengebäude errichtet.

Rohrverlegung PE Kunststoff DN 300
Errichtung Brunnengebäude

Bauabschnitt 07:

Da es vom Brunnen Au bis zum Hochbehälter Perg bzw. Hochbehälter Arbing nur eine Transportleitung existiert und diese gegen 40 Jahre alt ist, wurde im Dezember 2015 mit dem Bau einer zweiten Transportleitung vom Brunnen Au bis zum Hochbehälter Perg begonnen. Ein wichtiger Ringschluss mit der bestehenden Transportleitung wird somit gebildet, welche die Versorgungssichert erhöht.

Dieser Transportleitungsbau wurde in zwei Bauabschnitte 08 und 09 gesplittet. Der erste Bauabschnitt beginnt beim Brunnen Au und verläuft in der Landesstraße bis zur Aistbrücke in Sebern entlang des östlichen Aistdamm- Begleitweges bis zur Aistbrücke in Furth und dann entlang der alten B3c Richtung Perg bis zum Übergabeschacht Aisthofen welcher sich westlich der Firma Petschl befindet. Der Leitungsstrang hat insgesamt eine Länge von ca. 3,7 km und besteht aus Gussrohren DN 300 PN 10 welche innen und außen zementiert sind. Sieben Revisionsschächte bzw. Schieberstellungen sind in diesem Streckenabschnitt errichtet worden.

Revisionsschacht Nr.3
Leitungsbau
Schieberstellung Entleerung vor dem Einbau

Der Leitungsabschnitt BA 08 wurde von Dezember 2015 bis November 2017 errichtet

Bauabschnitt 08:

Die restlichen 3,2 Km Leitungslänge, vom Übergabeschacht Aisthofen bis zum Hochbehälter Perg, verlaufen Stadteinwärts in der Bundesstraße 3c. Bei der Kreuzung Polizeiinspektion Perg schneiden sich die bestehende Transportleitung und die neue Transportleitung. Dort wurde im bestehenden Revisionsschacht die bestehende Leitung mit der neuen verbunden. (Bypass). Bei der Mittelschule Perg Stadtzentrum biegt die neue Transportleitung links in Richtung Kalvarienberg ein. Ab dem Sportplatz der Mittelschule Perg Stadtzentrum (Revision Schacht Nr. 11) verläuft die Transportleitung in einer Horizontalspülbohrung (Bohrdurchmesser 630mm und 220m länge) durch den Kalvarienberg. Unterhalb des Verbindungsweges zwischen westlichem und östlichem Friedhof Perg verläuft die Transportleitung. Die tiefste Stelle der Horizontalspülbohrung ist auf 24m unterhalb Geländeoberkante. Die Bohrung endet im benachbarten Grundstück östlich des Hochbehälters und die letzten ca. 100m Leitungslänge wurden im offenen Graben System errichtet. Bei einer Horizontalspülbohrung wird die Bohraußenwand mit Zement stabilisiert.

Auszug Leitungsinformationssystem Abschnitt Horizontalspülbohrung Kalvarienberg
Auszug Leitungsinformationssystem Abschnitt Verbindung Bestand- Transportleitung Neu

Zuerst wurde die Bohrung hergestellt. Parallel wurde am Areal des Hochbehälters bzw. auf den benachbarten Grundstücken eine 230m lange Kunststoffrohrleitung PE 100 RC Robust DN 355, PN16 verschweißt, sowie wurden Kabelschutzrohre, ebenfalls 230 m lang, für die Steuerleitung (Anlagenleitsystem) zum Einzug vorbereitet. Anschließend wurde die Wasserleitung samt Kabelschutzrohre in die Bohrung im Sommer 2018 eingefädelt.

Versetzung- Bau RS 11
Startgrube MS Perg Stadtzentrum
Rohreinzug
Zielgrube oberhalb des Friedhofs
230m verschweißte PE-Leitung samt Steuerleitungen

Die insgesamt 6,9Km lange Transportleitung wurde ins bestehende Leit- und Steuersystem eingebunden. Der Leitungsabschnitt Bauabschnitt 09 wurde von April 2018 bis Februar 2020 errichtet. Nach einer zweimonatigen In betrieb Phase, die Leitung wurde gespült und Wasserproben wurden laufend genommen, gingen wir im April, genau rechtzeitig zur Schwimmbäder Befüllzeit, ans Netz.

Übergabeschacht Aisthofen

Bauabschnitt 09:

Der Bauabschnitt 10 beinhaltet ein digitales Leitungsinformationssystem (LIS) des gesamten Verbandsnetzes. Im Februar 2020 wurde die Transportleitung über die Ortungs- und Steuerleitung in Abständen von ca. 50m geortet und GPS vermessen. Alle 67 Revisionsschächte, Schieberstellungen und Übergabeschächte wurden ebenfalls GPS vermessen und bei allen Schächten wurde die Höhenkote der Transportleitung vermessen. Wasserrechtliche Bescheide, Wasserschutzgebiete der Brunnenanlagen, Dokumentensammlung der einzelnen Anlagenteile, Wartungsaufzeichnungen und vieles mehr wurden auf die einzelnen Anlagenteile und Leitungsabschnitte zugeordnet. Das vermessene Verbandsnetz wurde in einen digitalen Leitungskataster auf ein Satellitenbild visualisiert und die einzelnen Anlagenteile und Streckenabschnitte wurde Anhand der Datenerhebung adaptiert. Mit einem Mausklick auf einem Anlagenteil bekommt man sämtliche Daten.

Auszug LIS Verbrauchszone West
Auszug LIS Verbrauchszone Ost

Im sogenannten LIS sind auch sämtliche kommunale Einbauten wie Gemeindewasserleitungen, Kanal, Einbauten des Reinhaltungsverbandes (Kläranlage), sowie Grundstücksnummern, Katastralgemeinden, Gemeindegrenzen und vieles mehr ersichtlich. Im Digitalisierten Zeitalter bildet das Leitungsinformationssystem ein wesentliches Instrument, welches einen raschen Informationsaustausch zwischen den einzelnen Infrastrukturen bzw. Leitungsträger ermöglicht. Bei spontanen Aufgrabungen, wie zum Beispiel bei Kabelbrüchen, Rohrbrüchen, ect. wird durch das LIS eine rasche Leitungsträger Erhebung ermöglicht, bzw. ist das LIS für zukünftige Projekte wie Leitungssanierung oder Anlagenerweiterungen nicht nur für den Wasserverband, sondern für alle Infrastrukturen, eine Grundvoraussetzung.

Bauabschnitt 10:

Im Zuge der Erschließung des Inkoba Gewerbeparks Arbing wurde die bestehende Transportleitung zum Hochbehälter Arbing im Frühling 2022 saniert. Zirka 800m Transportleitung in Guss ZMSU DN 200 PN 10 sowie die Steuerleitung, beginnend vom Übergabeschacht Arbing- Richtung Mitterkirchen wurden neu errichtet. Die bestehende Asbestzementleitung DN 200 PN 10 wurde außer Betrieb genommen und auf beiden Enden mit Beton versiegelt. Ende Februar 2022 wurde mit den Arbeiten begonnen und im Mai 2022 wurde der Leitungsabschnitt in Betrieb genommen.

Guss Rohranlieferung
Leitungsbau
Einbau Streckenschieber
Asbestzementrohr Leitung Alt
Umschluss Guss auf Asbestzement

Bauabschnitt 11:

Da der Wasserverband über drei Brunnenstandorte verfügt und somit jeden Kubikmeter Wasser pumpen muss, beträgt der Strombedarf im Jahr bei ca. 450.000 kWh. Für Stromausfälle ist der Wasserverband mit zwei mobilen Notstromaggregaten (1x 170 KVA, 1x 60 KVA) gerüstet, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Um die Betriebssicherheit bei sogenannten Black-Outs (Großflächige Stromausfälle über mehrere Tage) zu erhöhen, wurde die Verbandszentrale beim Hochbehälter Perg im Jahre 2023 für etwaige Szenarien ausgebaut. Der in die Jahre gekommene, wurmzerfressene Sattel- Dachstuhl wurde abgetragen und ein Pultdach mit Blecheindeckung wurde neu errichtet. Somit wurde Platz für eine 51kWp Photovoltaik- Anlage geschaffen, welche einem 60 kWh Batteriespeicher ladet.

Hochbehälter Perg Westseite 2021
Hochbehälter Perg Ost Seite 2022

Die beiden Wechselrichter (2x 20KW) versorgen die Pumpenanlagen Lanzenberg und Scherer sowie die Leitzentrale (Leitsystemserver) und die Werkstatt samt Materialager mit elektrischer Energie.

Abrissarbeiten
Dachstuhl- Pultdach

Die Eternit- Lüftungskanäle, welche über das Dach ragten, wurden erneuert und seitlich montiert. Die Dachboden Außen- Wände wurden durch eine Holzriegel- Konstruktion samt Lärchenfassade ergänzt.

Sanierung der Lüftungsanlagen
Errichtung der Lärchenfassade

Für den Batterie-Speicher wurde im Archiv ein Raum mit ca. 10m² errichtet, wo die beiden Wechselrichter sowie insgesamt vier Batterie Module je 15 kWh montiert sind.

Fotos Batteriespeicher:

Hochbehälter Perg Südseite 2023
Hochbehälter Perg Ostseite 2023

Da die Pumpenanlagen im Hochbehälter Perg ca. 1x vormittags, 1x nachmittags und 1x nachts für 3-5h laufen, wird bei Schönwetter der Energiebedarf selbst produziert bzw. nachts vom Batteriespeicher gedeckt.

Die Anlage ist Inselbetrieb fähig und gewährleistet somit die Betriebssicherheit bei Stromausfällen bzw. Black-Out Szenarien.Die Anlage ist Inselbetrieb fähig und gewährleistet somit die Betriebssicherheit bei Stromausfällen bzw. Black-Out Szenarien.

Wirtschaftlich betrachtet haben sich die Energiekosten der Verbandszentrale von 2023 auf 2024 fast halbiert. Parallel zum Photovoltaikprojekt am Hochbehälter Perg wurde Im Juli 2023 eine 19,2 kWp Photovoltaikanlage am bestehenden Dach der Brunnenanlage Naarnfluss installiert. Da die elektrische Grundlast im Normalbetrieb ca. 25 kW beträgt ist ein Batteriespeicher nicht wirtschaftlich, da der produzierte Strom von der Anlage sofort verbraucht wird.

PV- Anlage Brunnen Naarnfluss

Transportleitung Nord:

In den Jahren 2021-2024 wurde die zwei km lange Transport- und Versorgungsleitung vom Hochbehälter Perg zum Hochbehälter Lanzenberg saniert. In drei Teiletappen wurde die ca. 50 Jahre alte PVC DN 100 PN 16Wasserleitung auf eine Kunststoff PE 100 RC Robust DN 160 PN 16 ausgetauscht. Eigentümer dieser Wasserleitung ist zur Hälfte die Stadtgemeinde Perg und zur anderen Hälfte der Verband. Einerseits versorgt die Stadtgemeinde Perg die Ortschaften Lanzenberg, oberer Vormarkt und Teile von Weinzierl mit dieser Wasserleitung. Andererseits braucht sie der Verband, um das Wasser zum Hochbehälter Lanzenberg zu fördern und somit die Mitgliedsgemeinde Allerheiligen zu versorgen.